Warum ich im Moment so schlecht zum Bloggen komme

19.  April,  2013

Und ich habe echt ein schlechtes Gewissen deswegen! Ich habe meinen Vorsatz, alle zwei Wochen zu posten, schon nach einem Monat wieder aufgegeben. (Ich hätte es eh besser wissen müssen, als mir irgendwas vorzunehmen!)  Dabei wäre es echt wichtig, gerade hier dran zu bleiben. Es wird sofort langweilig, wenn sich auf einer Website nichts tut. Richtig blöd ist aber: Ich befürchte, dass es in nächster Zeit nicht besser wird. Ich will kurz erklären, warum ich im Moment so im Stress bin. Davor entschuldige ich mich aber schon einmal für alle bisherigen und zukünftigen Verspätungen. Ich gebe mir weiterhin alle Mühe, Zeit fürs Bloggen zu finden. Wie’s ausschaut, wird es aber wohl nur ein Post pro Monat werden. (Allein schon deshalb, weil ich für jeden Eintrag eine Woche sitze.)
Ich nehme mir bis auf Weiteres also vor, jeden dritten Samstag im Monat einen neuen Text online zu stellen.

Literarischer März

Am meisten halten mich derzeit die monatlichen Reisen nach Tirol und Darmstadt auf Trab. Sie sind auch der Grund, warum ich ganz von einer Woche in die nächste lebe. Das betrifft zuallererst die Planung meiner Nachhilfen. Außerdem muss ich mittlerweile auch kleine Dinge, für die ich sonst nebenbei Zeit gefunden habe, im Voraus planen. Alltag kehrt so keiner ein. Auch deshalb nicht, weil sich häufig kurzfristig Termine ergeben. So hat mich die Kursleiterin meiner Textwerkstatt glücklicherweise ermuntert, nach Darmstadt zum Wettbewerbslesen um den„Leonce und Lena“-Preis zu fahren. Dabei handelt es sich um einen der prestigeträchtigsten Lyrik-Nachwuchspreise im deutschsprachigen Raum.

Ich fahre an einem Freitagmorgen also zum zweiten Mal in nur vierzehn Tagen nach Darmstadt. Ich halte keine zwei Stunden aus, ohne mein Lunch-Paket zu verdrücken. Dazwischen arbeite ich an meinen Prosa-Miniaturen weiter. (Bei all den Fahrten im letzten Jahr habe ich immer das Glück, einen stillen Wagon und einen Platz mit Tisch zu ergattern.) Tim und Carla sind die Nacht leider nicht da. Ich darf trotzdem in ihrer Wohnung pennen.

Als am Samstagmorgen der erste Teilnehmer zu lesen beginnt, weiß ich schon, dass sich mein Trip hierher gelohnt hat. Nicht nur, dass mit Levin Westermann gleich einer meiner Lieblingslyriker anfängt. Ich habe selten so viel Neues gelernt wie bei den öffentlichen Jurygesprächen danach. Vor allem Kurt Drawerts und Ulrike Draesners Bemerkungen haben es mir angetan.

Ostern in Tirol

Bevor ich diesmal nach Tirol fahre, sind ewigviele kleine Dinge zu erledigen. Auf die Weise komme ich gerade einmal zu den  dringendsten Sachen: Dazu zählt das stundenlange Feilen an Stipendien- und Wettbewerbs-Einreichungen. Dass ich mich bemühe, Lesungen und Rezensionen zu bekommen. Außerdem muss ich kürzere Texte über den Gedichtband oder mich selber für den Verlag oder eine Redaktion schreiben. Ich arbeite mit Raimund an einem Interview (S.8-9), mit Sarah am Beitrag für die „Radiofabrik Salzburg“ (ab Min. 38:00). Ich frage bei Literaturzeitschriften an, ob sie möglicherweise etwas von mir drucken möchten. Eigentlich sollte ich lang schon Bass für unseren Gig üben. Lena kommt mich übers Wochenende aus Innsbruck besuchen.

Bei der Heimfahrt erlebe ich dann eine meiner schlimmsten Nächte seit Langem. (Und das will etwas heißen!) Ich nenne sie „Münchner Hauptbahnhof“ und ich empfehle die Erfahrung niemandem weiter. Ich verbringe von eins bis sechs im immer volleren Aufenthaltsraum hinter den Gleisen. Ab halb zwei kann ich mich selber schon nicht mehr riechen. Ich schreibe, um mich abzulenken, am Roman weiter. Ich verdrücke drei riesige Jausenbrote und ein paar Äpfel. Auge mache ich keins zu. Ich verfluche mich seit Buchen des Tickets schon dafür, dass es  Tage dauern wird, bis ich mich davon erholt haben werde. Ich habe mich selten so auf eine Dusche gefreut.

Und außerdem …

… gäbe es noch unglaublich viele Nebenprojekte, die ich nur zu gern alle machen würde. Zum Beispiel versuchen Niki und ich schon seit Jahren, unsere Idee einer Web-Series in die Tat umzusetzen. Wir hocken uns am letzten Abend in Lienz bei Whisky und Wein zusammen, skizzieren grob die Trailer. („The Raid“ danach ist eher unnötig.) Die nächsten Tage verbringe ich damit, einen Song für die Serie zu schreiben. Im Mai wollen wir zu drehen anfangen. (Mal schauen, ob wir’s heuer durchziehen.)

In meinen Lienz-Urlaub fällt außerdem meine erste richtige Lesung. Ich darf bei der Feier zum 70jährigen Jubiläum der Walser Bibliothek Texte von mir vortragen. Meine Tante hat das für mich eingefädelt, ich freue mich seit Langem darauf. Ich reise am Vortag des Fests nach Salzburg, werde am umgebauten Bahnhof von meiner Tante abgeholt. Vorm Schlafengehen spielen wir eine Runde „Die Siedler von Catan“. Die Gastfreundschaft meiner Leute reicht so weit, dass sie mich gewinnen lassen.

Am nächsten Morgen werden die letzten Vorbereitungen für die Feier getroffen. Ich bin echt schlecht im Schätzen, ich würde sagen, dass um die sechzig Leute bei meiner Lesung und den Feierlichkeiten da sind. Es macht richtig Spaß und ich bin auch nicht nervös deswegen. Man wird das Reden vor Leuten von den ständigen Referaten an der Uni gewöhnt. Am Ende habe ich sogar drei Bücher verkauft. (Eines davon an meinen Onkel. Danke, Toni!) Vor der Heimfahrt lege ich kurzfristig ein paar Exemplare im „Höllrigl“ auf, schaue mir die neuen Sachen in der „Galerie Ropac“ an.

So und jetzt ist es soweit, dass ich mich zurück vor die Prosa-Miniaturen setze. Damit so schnell wie möglich wieder etwas fertig wird. Die Trailer zu unserer Series sollte ich ebenfalls heute angehen. Außerdem gäbe es neue Ausschreibungen, bei denen ich mein Glück versuchen möchte. Und mit Martin will ich langsam unser Leipziger Bandprojekt starten. E-Mails sollte ich auch wieder einmal beantworten.

Bis die Tage also!
Liebe Grüße, Andi



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